Mittwoch, 7. November 2007

Vermarkte dich selbst... mit Facebook

Eine interessante neue Idee, wie man mit Social Networks Geld verdienen kann: Facebook-Nutzer können ab sofort sich selbst als Werbeträger versuchen. Und das geht so: Wer sich ein Buch bei Amazon bestellt, kann das alle seine Freunde wissen lassen (warum auch immer man das tun sollte...). Diese bekommen dann automatisch eine Display-Anzeige von Amazon auf ihrer Seite nebst dem Hinweis, dass Freund XY soeben bei Amazon gekauft hat.

Man kann bei Facebook auch "Unternehmens-Fanruppen" beitreten. Wer seine Einstimmung dazu gibt, erscheint dann auf den Seiten seiner Freunde mit seinem Foto neben den Display-Werbungen von, zum Beispiel, Apple. Die Idee hinter der Sache: Werbung bzw. Produktempfehlungen haben eine viel bessere Wirkung, wenn Sie von einer als sehr vertraulichen Quelle erhalten werden. Und wem vertraut man mehr als den Empfehlungen seiner Freunde? Das meint auch Mark Zuckerberg: “Nothing influences a person more than a recommendation from a trusted friend".

Facebook verbindet damit gleich zwei Eigenschaften, die Werbung im Internet (und besonders in Social Networks) attraktiv machen: Individualisierte bzw. auf jeden Nutzer zugeschnittene Werbung plus persönliche Empfehlungen. Die Werbe-Dollar scheinen schon zu winken.

Lustigerweise winken Sie aber nur für das Unternehmen Facebook. Die Nutzer sehen für ihre Werbedienste keinen Cent. Das ist schon erstaunlich. Für mich ist das ein Zeichen, wie sehr sich (junge) Menschen mittlerweile schon mit Marken und Unternehmen identifizieren.

Hatte Facebook bis jetzt arge Probleme, ordentliche Umsätze vorzuweisen (bei 49 Millionen Mitgliedern gerade einmal geschätzte 100 Millionen Dollar). Trotzdem wurde das Unternehmen ja von Microsoft erst kürzlich mit sage und schreibe 15 Milliarden Dollar bewertet. Damit Facebook dieser Bewertung halbwegs gerecht wird, müssen schnellstens Umsatzbringer her.

Dabei sollte diese neue Werbeform Facebook jetzt einen kräftigen Schub geben. Stellt sich nur noch die Frage, inwieweit diese Werbeform (die man anscheinend nicht blockieren kann, in Zeiten von Ad BLock und Co sehr, sehr wichtig) bei den Nutzern akzeptiert wird. Dazu meint Mark Zuckerberg: "When asked about people who might not like ads, Mr. Zuckerberg shrugged and said, “I mean, it’s an ad-supported business.”" Sprich: Wer sowieso schon an Werbung und Targeting gewöhnt ist, den juckt so eine neue Werbeform auch nicht mehr viel.


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