Heuschrecken gibt's nicht nur bei Sat.1, die gibt's auch bei Zeitungen. In Berlin z.B. hat sich David Montgomery den Berliner Verlag (Berliner Zeitung und Berliner Kurier) gekauft. Und vor kurzem auch die Netzeitung. Da wurde diese Woche vom neuen Management unter Robert Graubner auch eine Restrukturierung angekündigt:
"Vorgestellt wurden die entscheidenden Maßnahmen denn auch nicht von Matthias Ehlert und Michael Angele, den amtierenden Chefredakteuren der „Netzeitung“, sondern eben vom neuen Management. Von Robert Graubner wird kolportiert, dass für ihn Online-Journalisten nicht mehr und nicht weniger seien als „Content-Manager“, „News-Aggregatoren“, „Google-Optimiser“ und „Channel-Manager“." (Quelle: FAZ vom 17.07.)
Das wirft meiner Meinung nach eine Menge Licht darauf, wie von Finanzinvestoren eingesetzte Verlagsmanager Journalisten sehen. Oft selbst ohne jegliche journalistische Erfahrung, dafür aber mit ganz viel Erfahrung auf dem Gebiet der Effizienzsteigerung, schreiben sie den eigentlichen Inhaltsproduzenten vor, was ihnen passt und wovon sie die größtmögliche Rendite erwarten. Im Falle der Netzeitung heißt das: Weniger Personal, weniger Eigenproduktionen, weniger Niveau, dafür mehr Geld für die Eigentümer. Kapitalismus kann so einfach sein.
Wer schonmal selbst bei einer Zeitung gearbeitet hat, weiß, wie sehr es weh tut, wenn man von jemandem, der von Journalismus Null Ahnung hat, neue Rollenzuweisungen (s.o.) erhält, die dem einen oder anderen durchaus berechtigt in der eigenen beruflichen Ehre verletzen. Aber was soll man da tun? Sich dem ganzen Beugen und als "News-Aggregator" weiterbuckeln, damit sich die Herren Eigentümer über ihre schön steigende Rendite freuen können? Oder den Rücken gerade halten und kündigen, nur um sich dann am Existenzminimum als Freier durchzuschlagen? Das Leben eines Online-Journalisten jedenfalls ist sicherlich kein einfaches.
"Vorgestellt wurden die entscheidenden Maßnahmen denn auch nicht von Matthias Ehlert und Michael Angele, den amtierenden Chefredakteuren der „Netzeitung“, sondern eben vom neuen Management. Von Robert Graubner wird kolportiert, dass für ihn Online-Journalisten nicht mehr und nicht weniger seien als „Content-Manager“, „News-Aggregatoren“, „Google-Optimiser“ und „Channel-Manager“." (Quelle: FAZ vom 17.07.)
Das wirft meiner Meinung nach eine Menge Licht darauf, wie von Finanzinvestoren eingesetzte Verlagsmanager Journalisten sehen. Oft selbst ohne jegliche journalistische Erfahrung, dafür aber mit ganz viel Erfahrung auf dem Gebiet der Effizienzsteigerung, schreiben sie den eigentlichen Inhaltsproduzenten vor, was ihnen passt und wovon sie die größtmögliche Rendite erwarten. Im Falle der Netzeitung heißt das: Weniger Personal, weniger Eigenproduktionen, weniger Niveau, dafür mehr Geld für die Eigentümer. Kapitalismus kann so einfach sein.
Wer schonmal selbst bei einer Zeitung gearbeitet hat, weiß, wie sehr es weh tut, wenn man von jemandem, der von Journalismus Null Ahnung hat, neue Rollenzuweisungen (s.o.) erhält, die dem einen oder anderen durchaus berechtigt in der eigenen beruflichen Ehre verletzen. Aber was soll man da tun? Sich dem ganzen Beugen und als "News-Aggregator" weiterbuckeln, damit sich die Herren Eigentümer über ihre schön steigende Rendite freuen können? Oder den Rücken gerade halten und kündigen, nur um sich dann am Existenzminimum als Freier durchzuschlagen? Das Leben eines Online-Journalisten jedenfalls ist sicherlich kein einfaches.