Freitag, 14. September 2007

iPhone wichtiger als Irak-Krieg? Nein, danke

Für mich ein Beweis, dass man das Nachrichtengeschäft auf absehbare Zeit nicht den Nutzern anvertrauen sollte: Eine Studie eines amerikanischen Journalismus-Forschungsnetzwerks hat herausgefunden, dass sich die Agenda von professionellen Nachrichtenseiten und von den Nutzern selbst zusammengestellten Nachrichtenseiten (z.B. digg) signifikant unterscheiden.

Ist das ein Grund zur Sorge? Ich meine: ja. Es wird ja viel darüber diskutiert, dass man bald überhaupt keine professionellen Journalisten als Gatekeeper mehr bräuchte, das würde die "Weisheit der Massen" alles ganz alleine erledigen. Thema Bürgerjournalismus und so.

Das Problem ist nur: Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der iPhone-News mehr Platz bekommen als die Berichterstattung über den Irak-Krieg. Das ist eins der Ergebnisse beim Vergleich zwischen der Nachrichtenagenda der Nutzerseiten und der professionellen Seiten. Solange sich häuptsächlich nur Technik-Nerds oder solche oder solche Leute im Internet als Hobby-Journalisten betätigen, würde ich persönlich einiges dafür tun, die etablierten Nachrichtenproduzenten mit wirklich fähigen Journalisten zu behalten. Auch als Gatekeeper und Agenda-Setter.

Alles, nur bloß keine Leute, für die Datenschutz und die neueste Linux-Version wichtiger ist als Arbeitslosigkeit und Afghanistan-Einsatz.

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