Donnerstag, 19. April 2007

Internet narrt repressive Regime

Meiner Meinung nach ist das Internet für alle Länder, in denen die herrschenden Regierungen / Regime versuchen, Kontrolle auf die veröffentlichten Meinungen auszuüben, eine riesige Befreiung. Denn das Internet lässt sich, so sehr man auch repressive Maßnahmen erlässt, nie hundertprozentig regulieren. Dazu ist die weltweite Nutzergemeinde einfach zu groß, zu pluralistisch, zu gut verlinkt, auch zu anarchistisch.
Gute Beispiele dafür liefert der aktuelle Economist: In Thailand und der Türkei wurden in letzter Zeit der Zugriff auf Youtube blockiert. Grund: Auf der Seite fanden sich Videos, die sich über die jeweiligen Staatsoberhäupter / Staatsgründer lustig machten. Das wollten sich die herrschenden Regierungen, verletzt in ihrem nationalistischen Eifer, nicht bieten lassen. Also dachte man sich in deren Regierungszimmern: Der Zugriff auf diese Seiten gehört verboten. Was dabei scheinbar nicht bedacht wurde: Ein Verbot von Seiten aufgrund deren Inhalts, vor allem wenn es sich um derart populäre wie Youtube handelt, führt nur zum Gegenteil.
Nun wurden die Nutzer erst recht neugierig auf das Verbotene, weltweit wurden massenweiße Kopien der betroffenen Videos angefertigt, die Zugriffe auf die entsprechenden Inhalte stieg massiv an.
Was lernt man daraus? Verbote von Inhalten bewirken das Gegenteil von dem, was sich die herrschenden Repressoren davon erhoffen. Verbote erhöhen die Neugier. Und Verbote lassen sich ohne großere Probleme umgehen. Außer, man lebt in China. Da ist das nicht ganz so einfach.

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